Griechenland geht es schlecht. Sehr schlecht sogar. Um die schlimmste Finanzkrise der neuzeitlichen Geschichte des Euro-Staats zu bewältigen soll an allen Ecken und Enden gespart werden - und natürlich die großzügige Hilfe der anderen Euro-Länder genutzt werden. Manche Experten raten sogar zum Austritt aus der Währungsunion und einer sofortigen Abwertung der eigenen neuen, alten Währung. Dies versuchen allerdings die führenden Mitglieder des Euroraums zu verhindern - zu groß sei der Imageschaden der Gemeinschaftswährung.
Trotz all dieser Probleme will Griechenland aber seine Streitmacht aufrüsten. In den vergangenen Jahren wurden etliche Milliarden in U-Boote, Hubschrauber, Panzer und Kampfjets gesteckt - Geld das nun fehlt. Schließlich kostet eine so große Kriegsmaschinerie auch eine Menge Unterhalt. Aber die Helenen wollen sich keinesfalls im Wettrüsten mit dem Nachbarn Türkei ergeben. Immer mehr und mehr. Von Eurofighter-Kampfjets, den stärksten europäischen Kampfflugzeugen derzeit, ist die Rede. Diese wollte man schon vor Jahren kaufen, aber die Finanzierung der olympischen Spiele war dann doch wichtiger.
Als Deutscher und zahlender Europäer darf man sich an dieser Stelle sicher fragen was das soll. Wie kann ein so kleines Land, Griechenland hat gerademal 11 Millionen Einwohner, das zudem unter dem Schutz der Nato steht solche Summen in eine überaus moderne und schlagkräftige Armee investieren? Griechenland gehört zu den größten Einkäufern konventioneller Waffen obwohl man bestenfalls eine ideele Bedrohung erkennen kann. Der gefürchtete Nachbar Türkei ist auch in der Nato und man dürfte sich am Bosporus durchaus der Folgen eines Angriffs bewußt sein.
Das Dilemma sind hier natürlich die Interessenkonflikte. Kauften die Griechen doch recht fleißig deutsche U-Boote (Einzelpreis rund eine halbe Milliarde Euro) und unseren Paradepanzer Leopard. Also durchaus hohe Einnahmen für die Deutsche Rüstungsindustrie. Im Gegenzug nahmen die Türken gebrauchte Panzer der Bundeswehr in ihren Dienst. Die Wirtschaft profitiert also vom Wettrüsten im Südosten - nur am Ende zahlen wir nun einen Teil der Zeche selbst.
Ein erneutes Zeichen dafür das Rüstung keine gute Sache ist.

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